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Classe-Promenade
Verlasst die Übungsräume und steigt auf die Fahrräder!

«Ainsi, la classe est ouverte sur la vie par une culture interactive qui s'enracine dans le réel.»

Kurzinfo

Die Reform-Pädagogik von Elise und Célestin Freinet ist ein möglicher Weg in der Regelschule, der für Fragen und forschende Aktivitäten der Lernenden mehr Raum lässt. Die Schule verharrt so weniger im Vorzimmer des Lebens, sondern wird wirkliches Leben selbst. Neben den meist bekannten «Freinet-Techniken» des Klassenrates, der Freiarbeit oder der Schuldruckerei steht hier im Vordergrund die «classe-promenade». 

Anstelle von «Unterricht nach dem Schulbuch» plädiert Freinet, das Leben (und die Strasse) selbst zum Lehrmeister werden zu lassen – ganz im Sinne einer «Spaziergangschule». Er machte z.B. mit seinen Klassen regelmässig Erkundungen in der Umgebung oder zu umliegenden Handwerkern und liess diese «Lehrausgänge» anschliessend von der Gruppe auswerten und präsentieren. Er führte Korrespondenzen mit befreundeten Klassen durch, die immer wieder zu neuen Fragen anregten. Er ging mit von seinen Schulkindern selbst entworfenen und gedruckten Zeitungen an die Öffentlichkeit und mischte sich so in das Geschehen in der Lebenswelt seiner Schülerinnen und Schülern ein. All diesen Ideen ist gemeinsam, dass institutionalisiertes Lernen nicht mehr ausschliesslich im gewohnten Rahmen stattfindet, sondern durch konsequente Nutzung der Ressourcen des Umfeldes (Quartiere, Handwerks-Betriebe, Ausstellungen, Museen, Landwirtschaft, Naturschönheiten und -Phänomene) oder durch Hinzuziehen von Fachleuten.